Mindestens 16 Stellplätze zu wenig, kein Raum für die satzungsgemäß erforderlichen Ersatzpflanzungen und kein erkennbares Interesse der Presse, ihre dahingehend als irreführend empfundene Berichterstattung öffentlich kommentieren zu lassen:

Den u.g. bislang unveröffentlichten Leserbrief zum Artikel der Idsteiner Zeitung „Neues Gebäude, mehr Parkplätze und ein Treppenaufgang“ vom 10. April 2017 komplettiert und diskutiert die zumindest stark verkürzte Darstellung in der IZ durch wichtige, bislang unerwähnte Aspekte.

Stellt der IZ-Leser unten doch treffend dar, wie ein weiteres Bauprojekt eines Investors die Altstadt nicht nur optisch, sondern auch verkehrlich beeinträchtigen und somit für Anwohner, Gewerbetreibende, Kunden und Touristen vielfältige belastende Auswirkungen haben wird.

Irreführend

Die in der Headline in dem o. g. Beitrag getroffene Aussage, dass im Zusammenhang mit dem geplanten Neubau auf dem ehemaligen HL-Gelände „ mehr Parkplätze“ entstehen, ist irreführend. Das Gegenteil dürfte der Fall sein.

Machen wir den Faktencheck: Das Bebauungskonzept sieht ein Wohn- und Geschäftshaus mit Laden (Drogerie) vor. Gemäß gültiger Stellplatzverordnung der Stadt Idstein sind hierfür 40 Stellplätze sowie 24 Abstellplätze für Fahrräder nachzuweisen. Weiterhin ist für je 6 Pkw-Stellplätze ein Baum zu pflanzen und zu unterhalten.

Tatsächlich entstehen auf dem neuen Parkdeck lediglich 24 Stellplätze für Kraftfahrzeuge, die ausschließlich den Wohnungs- und Büroraumnutzern und somit  nicht der Öffentlichkeit zur Verfügung stehen werden.
Schlimmer noch: Durch die teilweise Überbauung der unteren Parkdeck-Zufahrt entfallen die dort sich noch befindlichen 10 Stellplätze auf der Nordseite des alten HL-Gebäudes.

Wie bzw. wo die fehlenden Stellplätze für Kraftfahrzeuge und Fahrräder und  wo die Baumpflanzungen entstehen oder nachgewiesen werden sollen, bleibt für den Betrachter unklar.

Klar hingegen ist nur eines:
Der vorgesehene Laden wird aufgrund des ohnehin überlasteten bestehenden Parkdecks Am Hexenturm zu weiterem Ziel- und Parkplatzsuchverkehr potentieller Kunden führen. Darüber hinaus lassen die 24 neu zu erstellenden Parkplätze, deren Erschließung auch über die Untere Schlossgasse erfolgen soll, in dieser und in der Straße Am Hexenturm wesentlich mehr – statt weniger – Kraftfahrzeugverkehr erwarten und werden den ohnehin zu Verkehrsspitzenzeiten bestehenden Verkehrsstillstand zwischen Handwerkerkreisel und Fresenius-Kreisel noch verstärken.

Bedauerlich, denn hinsichtlich der Schaffung der erforderlichen Stellplätze und deren Erschließung wurde sicher für den Investor die günstigste, aber verkehrstechnisch die schlechteste denkbarer Lösungen getroffen.

Clauss Tiemeyer, Idstein

Leserbrief an die Idsteiner Zeitung vom 14. April 2017 (dort bis zum 11. Mai unveröffentlicht)

Besser spät als nie?

Mehr als einen halben Monat nach Einreichung seines Leserbriefes an die Idsteiner Zeitung war dieser noch immer nicht in der IZ erschienen. Der Leser C. Tiemeyer gab ihn daher auch an die ULI zur Veröffentlichung weiter. Diesem Wunsch sind wir gerne und innerhalb von Stunden nach Erhalt des Schreibens nachgegangen.

Nun hat die IZ am 11. Mai 2017 den Leserbrief dann doch auch noch veröffentlicht. Ob bei derart „alten Nachrichten“, zu denen der Artikel vom 10. April mittlerweile gehört und auf den sich der IZ-Leser bezog, auch gilt: Besser spät, als nie?

Aktuelle Situation: Das alte HL-Gebäude ist abgerissen, so daß man einmal würdigen kann, wie ein eindrucksvoll ein freier Blick auf die historischen Gebäude ist. Schade, daß dieses Kleinod, das – auch wirtschaftliche – Pfund, mit dem Idstein wuchern könnte, lieber Stück für Stück zu Markte getragen wird, sobald ein Bauinvestor Interesse anmeldet.

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