Fortschritt und Entwicklung ermöglichen

In Idstein entstehen seit vielen Jahren neue Häuser, neue Straßen, neue Stadtteile. Einerseits hat das positive Effekte: Es schafft Arbeit und die Steuereinnahmen wachsen. Andererseits gibt es erhebliche negative Auswirkungen. Flächen werden versiegelt, landwirtschaftliche Flächen, Weiden, Wiesen und unberührte Natur verschwinden. Die städtische Infrastruktur muss erweitert werden. Der Verkehr und damit der Lärm in der Stadt nehmen zu.

Heute stellen Familien längst nicht mehr die Mehrheit der Bevölkerung. Kleinhaushalte mit ein bis zwei Personen halten mit über 58% den größten Anteil, Tendenz steigend. 64% der Bevölkerung Idsteins kann über mehr als 100 Quadratmeter Wohnfläche verfügen, die zu 45% im eigenen Haus angesiedelt sind.

Die Misere der Stadtplanung und der Baupolitik beginnt mit der unreflektierten Vorstellung davon, was die Menschen auf einem Platz, in einer Wohnung tun möchten.

Daraus folgern wir die Frage, warum es – angesichts der demografischen Faktenlage und der ökologischen und ökonomischen Probleme, die Einfamilienhäuser oft verursachen – so wenig Wohnraummodelle für andere Lebensentwürfe gibt, und wie diese aussehen könnten. Immerhin können sich 20% der Idsteiner Bevölkerung vorstellen, in einer alternativen Wohnform wie z. B. einem Mehrgenerationenhaus, einer Alters-WG oder einem Wohnprojekt zu wohnen.

Durch kurzsichtige Entscheidungen wie den Abverkauf von städtischen Liegenschaften, gibt die Kommunalpolitik ihren Handlungsspielraum auf. Dann schlägt die Stunde der Investoren. Damit geht die Standardisierung der öffentlichen und privaten Räume einher. Stadtplanung reduziert sich auf Architektur, gerne auch „von der Stange“, und die Politik gibt ihr vornehmstes Gestaltungsrecht aus der Hand.

Die politische und gesellschaftliche Grundeinstellung der ULI, stellt den Menschen mit seinen sich wandelnden Bedürfnissen in den Mittelpunkt. Mit dieser Haltung wollen wir auch die Aufgaben der Stadtentwicklung lösen, so dass sie über den heutigen Tag und die heute entscheidenden Generationen hinaus tragfähig ist.

Idstein geht in die Luft

73% der Idsteiner:innen bewerten bezahlbaren Wohnraum als Aufwertung für Idstein. Dagegen halten nur 30% die Ausweisung von Bauplätzen ohne Einschränkung oder Bevorzugung (z. B. Einheimischen-Modell) für wichtig. Die gesetzlichen Vorgaben legen fest, dass zunächst innerstädtisch verdichtet werden muss, bevor neue bebaubare Flächen ausgewiesen werden, um die schnell voranschreitende Oberflächenversieglung so gering wie möglich zu halten und den landwirtschaftlichen Flächenfraß weitestgehend zu unterbinden.

Die Bundesregierung hat allen Kommunen landesweit gerade kürzlich ein nochmals ambitionierteres Ziel bezüglich des Flächenverbrauchs für Siedlung und Verkehr gesteckt.

Was liegt also näher, als bereits versiegelte Flächen aus einer anderen Perspektive neu zu überdenken, um diesem ebenso wichtigen wie nicht konventionell erreichbaren Ziel gerecht zu werden? So bietet sich zum Beispiel die Nutzung von größeren Parkplätzen zur Stadt- und Wohnraumerweiterung an.

Konkret erlauben solche Plätze die Schaffung von Wohn- und Geschäftsräumen auf ohnehin versiegelter Fläche und unter gleichzeitiger Beibehaltung des Parkraumes, indem man sie überbaut. Dieser Grundgedanke wird in Städten wie München bereits erfolgreich umgesetzt.

In Idstein bieten sich die Flächen der Parkplätze in der Wagener Straße, aber vor allem auch der Filialen von REWE, LIDL, HIT und EDEKA an, alles Supermarktketten, mit denen andernorts seitens der jeweiligen Stadtverwaltung schon über derartige Überbauung gesprochen wird. Über diesen Flächen entsteht so Wohn- und Gewerberaum, der kostenreduziert und ökologisch sinnvoll und als nachbarschaftlicher Begegnungsraum gestaltet werden kann.

Die ULI setzt sich ein für

  • die Schaffung bezahlbaren Mietwohnraums,
  • die Nutzung bereits versiegelter Flächen als Wohn- und Gewerberaum,
  • die ausschließliche Vergabe des bezahlbaren Wohnraums an Haushalte, die über ein durchschnittliches oder niedrigeres Haushaltseinkommen verfügen,
  • die Förderung von alternativen Wohnprojekten und innovativen Wohn(raum)ideen,
  • die Unterstützung von Wohngenossenschaften und gemeinnützigen Bauträgern,
  • die Schaffung von modernen Nachbarschaftsräumen und Begegnungsorten zur Förderung des nachbarschaftlichen Miteinanders,
  • das Ziel, weniger Fläche für Siedlung und Verkehr zu verbrauchen, und dennoch den Wohn- und Siedlungsraumanforderungen zukunftsfähig gerecht zu werden.
Grün frisst Beton

Die ULI sieht durchaus die Notwendigkeit, Wohnraum zu schaffen, jedoch mit ökologisch sinnvollen und im Wortsinne nachhaltigen Materialien und in der Gewissheit, dass wachsende Städte mehr Grünflächen brauchen. Wir treffen damit den „Nerv der Zeit“, zum Beispiel auch bei zukünftigen Bauherren, die solchen Vorhaben zunehmend aufgeschlossen gegenüberstehen.

Ein ebenso effektvoller wie wenig aufwändiger Weg zur Stadtbegrünung mit all ihren positiven Effekten für die Lebens- und Stadtluftqualität ist, die bereits vorhandenen Flächen zu nutzen und vertikale Flächen und Dachflächen zu begrünen. Dies ist nicht nur auf Flachdächer beschränkt, denn auch Satteldächer können heute problemlos begrünt werden und so zum Ziel beitragen.

Durch bodengebundene Begrünung in den unteren Stockwerken und Pflanzsysteme in höheren Etagen wird die Luft gereinigt, mehr Sauerstoff produziert, die überhitzte Fassade im Sommer verschattet und gekühlt, die Wohn- und Stadtluftqualität verbessert sowie die städtische Artenvielfalt geschützt und verstärkt. Und nicht zuletzt erfreut sich der Mensch auch ästhetisch an mehr Grün fürs Auge.

Neben diesen augenfälligen Beiträgen zur ökologischen Stadtplanung und –entwicklung will die ULI begleitende und ergänzende Maßnahmen für eine nachhaltigere und das Klima weniger belastende Stadt ermöglichen und fördern.

Die ULI setzt sich ein für

  • eine soziale und umweltgerechte städtebauliche Entwicklung
  • eine zukunftsorientierte und angemessene Planung des ruhenden und fließenden (Pkw-) Verkehrs
  • den dringend notwendigen verbesserten Grundwasserschutz
  • die dezentralisierte Versorgung (Wasser, Wärme, Strom)
  • Reduktion der Oberflächenversieglung auf das absolut notwendige Maß
  • Förderung von Nachrüstmaßnahmen bei Bestandsbauten (auch unter Einbeziehung entsprechender Fördermittel von Bund und Land)
  • die Umwidmung von gewerblichem Leerstand zur Neu- und „Anders“-Nutzung (zum Beispiel mithilfe eines städtischen Leerstandskatasters)
Idstein, das hat was

Idstein verfügt über ein qualitativ hohes Angebot an etablierten Festen, Märkten und Veranstaltungen sowie über geschichtsträchtige Orte und historische Sehenswürdigkeiten, auf sämtliche Ortsteile und Stadtviertel verteilt. Die Idsteiner Ortsteile zeichnen sich durch aktives Engagement und ortsteil-spezifisches Wissen in den Geschichts- und Heimatvereinen aus. Abgerundet wird alles durch die natur- und erholungsnahe Umgebung und die gleichzeitige zentrale und verkehrsgünstige Lage im Ballungsraum Rhein-Main.

Was die ULI als Potential zur Weiterentwicklung sieht, ist die Bündelung des vorhandenen und touristisch verwertbaren Angebotes inkl. der Möglichkeiten und Angebote der Ortsteile, damit aus all den Einzelangeboten ein stimmiges und harmonisches Ganzes wird, das „mehr als die Summe seiner Einzelteile“ darstellt. Unterstützt und befördert wird es durch eine zeitgemäße Angebotspräsentation im Online-Bereich, auf Fachmessen und in Printmedien. Die Konzentration auf ökologische Themen wie Naturerlebnis und –bildungstourismus, die zukünftig an Bedeutung gewinnen werden, kann hierbei eine der übergeordneten „Klammern“ bilden. So, und nur so, kann Idstein sich von Nachbarkommunen wie Bad Camberg oder Limburg, die ebenfalls schöne Altstädte vorzuweisen haben, absetzen.

Die ULI setzt sich ein für

  • eine Wiederbelebung der dörflichen Infrastruktur
  • die aktive Beteiligung der Heimat- und Geschichtsvereine vor allem der Ortsteile in der Programmgestaltung
  • die Erweiterung des Wohnmobilhafens; am gleichen Standort und/oder neuem Standort
  • die Verbesserung der Infrastruktur für Radreisende
  • die Schaffung eines absoluten touristischen Alleinstellungsmerkmals für Idstein.

Gerade jetzt, mit den Erfahrungen der Coronakrise, haben viele Menschen das Fahrrad neu oder wiederentdeckt, auch als Transportmittel für Tagesausflüge und Kurzreisen im eigenen Land. Ähnliches gilt für eine steigende Attraktivität von Wohnmobil-Touristik. Dies bietet jedem Ortsteil Chancen, sich mit seinen Stärken zu präsentieren und dabei von den Synergien mit anderen Ortsteilen zu profitieren. Wo regelmäßig Gäste und Fremde zu Besuch sind, haben auch Dorfwirtschaften wieder eine wirtschaftliche Grundlage.

Idsteiner Gewerbe: Wir können beides – analog und digital

Wer in Idstein wohnt, soll auch vor Ort einkaufen können. Zu diesem Zweck setzt sich die ULI ein für

  • eine Belebung der Quartiersstrukturen z. B. im Taunus- und Nassauviertel
  • die Wiederbelebung der dörflichen Infrastruktur, um die Stadt- und Ortsteilbewohner mit den Dingen des täglichen Lebens vor Ort zu versorgen
  • die Ausweisung von Mischgebieten, um mehr Infrastruktur vor Ort zu ermöglichen
  • die verstärkte Ansiedlung von innovativen und zukunftsweisenden Geschäftsideen (Unverpackt-Laden etc.)
  • die Einführung einer Regionalwährung zur Bindung der Kaufkraft in Idstein
  • den Aufbau einer Idsteiner Online-Handelsplattform

Die Corona-Krise hat unser aller Konsumverhalten dahingehend verändert, dass es sich noch stärker hin zur virtuell Ladentheke in online-Geschäften verlagert hat. Die vielfältigen Effekte dieser Veränderung werden im Einzelnen zu bewerten sein und ein vielfältiges Bündel an Maßnahmen erforderlich machen, um den lokalen Einzelhandel wettbewerbsfähig zu halten.

Der Einzelhandel bietet Freundlichkeit, Serviceorientierung und das Prüfen der Ware vor Ort, Fachkompetenz und Kundennähe sowie Werterhaltung von Gegenständen durch Reparaturen.

Er ist aber auch noch etwas anderes: eine Interaktionsfläche für uns Bürger:innen mit der Möglichkeit zu nachbarschaftlichem Austausch und zufälligen Begegnungen vor Ort, die das Salz in der sozialen Suppe einer Stadtgesellschaft sind.

Gründerheimat

Die Stadtpolitik ist gefordert, all jene zu unterstützen, die mit eigenen Unternehmen und Betrieben zu den Gewerbebesteuern der Stadt beitragen und womöglich sogar weitere Arbeitsplätze schaffen. Idstein steht in einer starken Konkurrenzsituation im Rhein-Main-Gebiet, insbesondere zu der relativ attraktiveren Gewerbesteuer von WI, MZ und FRA in Relation zur Marktgröße. Auch die fehlende bzw. schwache digitale Infrastruktur belastet Idstein als Handels- und Gewerbestandort.

Wer in Idstein wohnt, soll auch die Möglichkeit haben, in der Nähe seines Wohnortes zu arbeiten. Wofür die ULI sich deshalb einsetzen wird, ist

  • eine gründerfreundliche Verwendung von leerstehenden Immobilien, auch durch Leerstandsumwidmungen
  • das Ausschöpfen der Fördermittel von Bund und Land für derartige Zwecke
  • die Verbesserung der Infrastrukturelemente für alle Idsteiner Unternehmen, insbesondere der digitalen Infrastruktur
  • die Förderung des Mäzenatentums durch ansässige Stiftungen, Unternehmer und Unternehmen

Mit diesen Maßnahmen können wir die bestehenden Hürden überwinden und Idstein dauerhaft zu einer Gründerheimat werden lassen. Gerade jungen Idsteiner:innen kann so eine Perspektiven geboten werden, in Idstein zu bleiben oder wieder zu uns zurückkehren.

Fragen? Ideen? Anregungen?

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Geschäftsstelle: Saalburgweg 12, 65510 Idstein

+49 6126 7003291

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