Idstein, 01. September 2025

 

203/2025 Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Idstein, SPD-Fraktion sowie ULI-Fraktion betr. Umbenennung der Rudolf-Dietz-Straße

 

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

Beschluss:

  1. Die Rudolf-Dietz-Straße wird in „An der Lehmkaut“ umbenannt.
  2. Der Ortsbeirat Idstein-Kern soll vom Beschluss der Stadtverordnetenversammlung in Kenntnis gesetzt werden.

 

 Begründung:

Wir Idsteinerinnen und Idsteiner müssen uns fragen, ob das Festhalten an Straßenschildern mit antisemitistischen Heimatdichtern nur Zeugnis schlechten Geschmacks, mangelhaften Geschichtsbewusstseins oder Ausdruck einer Gesinnung ist, die historische Realitäten ungeschehen machen will.

Das Ergebnis dieser nationalsozialistischen Geisteshaltung wird in gut 800 m Luftlinie sichtbar:
dem ehemaligen Kinderkrankenhaus des Kalmenhofes und den dort verübten Morden.

Es geht um Toleranz und Menschenrechte für alle in einer demokratischen Gesellschaft, es geht um das Bemühen, Diskriminierung von Gruppen zu verstehen und einen Beitrag zu leisten, um religiöse, rassistische und soziale Ausgrenzung zu verhindern.

Es geht darum, aus der Geschichte des Antisemitismus zu lernen.

Es geht um das Gebot der Toleranz, die Achtung vor anderen und der Respekt vor den Menschenrechten.

Das ist unteilbar und gilt für alle.

 

 

Update HFWA vom 02.10.2025

Beschluss:

Der Ortsbeirat Idstein-Kern ist zu nachfolgendem gemeinsamen Antrag der ULI-Fraktion, der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen Idstein und der SPD-Fraktion zu hören:

  1. Die Rudolf-Dietz-Straße wird in „An der Lehmkaut“ umbenannt.
  2. Der Magistrat wird beauftragt, für alle anderen Straßen, Plätze und öffentlichen Einrichtungen im Idsteiner Stadtgebiet zu untersuchen, ob und wenn ja in welchem Umfang die Namensgeberinnen und -geber in die nationalsozialistische Gewaltherrschaft verstrickt waren. Bei Unklarheiten soll auf historisches Expertenwissen zurückgegriffen werden. Ein Bericht über das Ergebnis der Untersuchung ist der Stadtverordnetenversammlung vorzulegen.

Der Antrag ist bis zur erfolgten Anhörung vertagt.

Abstimmungsergebnis: einstimmig zugestimmt ja: 13 Nein: 0 Enthaltung: 0