Idstein, 29. Mai 2024

 

DS 127/2024 Verbot der Verwendung von PFAS (Per- und polyfluorierten Alkylsubstanzen) in Kunstrasen auf Sportplätzen in Idstein

 

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

Beschluss:

1. Die Stadt Idstein verpflichtet sich, keine neuen Sportplätze mit Kunstrasen zu bauen, die PFAS und deren Derivate enthalten.
2. Für bestehende Sportplätze wird ein Austauschprogramm initiiert, um Kunstrasen, der PFAS enthält, bis zum Jahr 2040 durch Alternativen zu ersetzen.
3. Der Magistrat wird beauftragt, entsprechende Fördermaßnahmen und Unterstützungen für die Umsetzung dieser Maßnahme zu prüfen und zu beantragen.
4. Die Verwendung von PFAS in allen kommunalen Beschaffungen, die im Zusammenhang mit Sportanlagen stehen, wird mit sofortiger Wirkung verboten.

 

Begründung:

Mit diesem Antrag möchten wir ein starkes Zeichen für Umweltschutz und die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger, insbesondere von Kindern und Jugendlichen in Idstein setzen. Durch die Proaktivität des Antrages positioniert sich Idstein als verantwortungsbewusste Kommune, die die Gesundheit ihrer Mitmenschen und den Umweltschutz ernst nimmt und bewahrt auch zukünftig seinen Standortvorteil als ausgezeichneter Wohnort.

PFAS (per- und polyfluorierte Alkylsubstanzen) sind eine Gruppe von Chemikalien, die in vielen Konsumgütern und Industrieprodukten aufgrund ihrer wasser-, fett- und schmutzabweisenden Eigenschaften verwendet werden. Sie sind allerdings auch für ihre schwer abbaubare Natur und potenzielle Gesundheitsrisiken bekannt.

Umweltbelastung und Persistenz (Dauerhaftigkeit, Beständigkeit)

PFAS sind in der Umwelt extrem schwer abbaubar (persistent), was ihnen die Bezeichnung „Forever Chemicals“ eingebracht hat. Einmal freigesetzt, bauen sie sich nicht natürlich ab und können über Jahrzehnte in Boden und Wasser verbleiben.

Untersuchungen zeigen, dass PFAS sich in der Umwelt anreichern und über Nahrungsketten zu einer bioakkumulativen* Belastung führen können.

*(Bioakkumulation ist die Anreicherung einer Substanz in einem Organismus durch Aufnahme aus dem umgebenden Medium oder über die Nahrung)

Gesundheitsrisiken

Krebs: Mehrere Studien haben einen Zusammenhang zwischen der Exposition gegenüber bestimmten PFAS und erhöhten Raten von Nieren- und Hodenkrebs festgestellt.

Immunsystem: Forschungen zeigen, dass PFAS die Immunantwort beeinträchtigen können, was insbesondere bei Kindern zu einer verringerten Effektivität von Impfungen führen kann.

Entwicklungsschäden und Reproduktion: PFAS-Exposition wurde mit Entwicklungsstörungen bei Föten und Kindern in Verbindung gebracht, einschließlich niedrigerem Geburtsgewicht und verzögerter Pubertät.

Hormonelle Effekte: PFAS können hormonähnliche Effekte haben, die das endokrine System des Körpers stören und zu einer Vielzahl von gesundheitlichen Problemen führen können.

Menschen nehmen die Chemikalie über die Haut, Nahrung, Trinkwasser oder Atemluft auf.

Update AJKSS vom 17.06.2024

Stadtverordneter Hoffmann (FDP) bittet um eine Einzelabstimmung.

Beschluss:
1. Die Stadt Idstein verpflichtet sich, keine neuen Sportplätze mit Kunstrasen zu bauen, die PFAS und deren Derivate enthalten.

Abstimmung: Ja: 9, Nein: 1, Enthaltungen: 2

Beschluss:
2. Für bestehende Sportplätze wird ein Austauschprogramm initiiert, um Kunstrasen, der PFAS enthält, durch Alternativen zu ersetzen.
Abstimmung: Ja: 8, Nein: 1, Enthaltungen: 2

Beschluss:
3. Der Magistrat wird beauftragt, entsprechende Fördermaßnahmen und Unterstützungen für die Umsetzung dieser Maßnahme zu prüfen und zu beantragen.
Abstimmung: Ja: 11, Nein: 0, Enthaltungen: 1

Beschluss:
4. Die Verwendung von PFAS in allen kommunalen Beschaffungen, die im Zusammenhang mit Sportanlagen stehen, wird mit sofortiger Wirkung verboten.
Abstimmung: Ja: 9, Nein: 1, Enthaltungen: 2