Idstein, 24. August 2023

 

DS 249/2023 Potentialanalyse zur Erweiterung des Mixes regenerativer Energie​

 

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

Beschluss:

Der Magistrat der Stadt Idstein wird beauftragt, unter Einbindung eines geeigneten Fachbüros eine Potentialanalyse zu erstellen, die die Erweiterung der bisher umgesetzten oder in Prüfung befindlichen Energieerzeugungsformen „Solarkraft“ und „Windkraft“ um weitere Technologien zur Gewinnung regenerativer Energie ergänzt.

Hierbei soll besonderes Augenmerk auf das lokale Geothermie-Potential sowie auf die Erzeugung biogener Energie aus anderen als Verbrennungsprozessen gelegt werden.

Zudem sollen ausdrücklich auch solche Technologien zumindest perspektivisch betrachtet werden, die erst in den nächsten 5 – 10 Jahren ausreichend technisch ausgereift und wirtschaftlich einsetzbar zu werden versprechen, so dass sie mittelfristig im nennenswerten Maß zum Mix regenerativer Energien beitragen können (z.B. Eisspeicher).

Die Kosten für die Erstellung der Potentialanalyse sollen dem Klimaschutz- und Innovationsfonds entnommen werden.

Begründung:

Zukunftsforscher:innen und Denkfabriken wie die Agora Energiewende gGmbH weisen schon seit über einer Dekade den Weg weg von der zentralisierten Produktion von Energie und ihrer Verteilung über teure, störungsanfällige und energieverlustreiche Infrastruktur, hin zu intelligent vernetzten lokalen und regionalen Produktions- und Verbrauchs“grids“ von Energie (Strom, Wärme).

Hierfür braucht es einen klugen, ausgewogenen und möglichst vielfältigen Mix von Technologieformen – auch, um die Netze stabil zu halten (vrgl. z.B. Agora Energiewende (2017): Energiewende 2030: The Big Picture. Megatrends, Ziele, Strategien und eine 10-Punkte-Agenda für die zweite Phase der Energiewende.

Das alles hat auch das BMWK erkannt und sagt daher: „ In Kopenhagen und Stockholm wird die Wärme aus Abwasser genutzt, um Wohnungen zu heizen. Im produzierenden Gewerbe lässt sich der Energiebedarf durch einen effizienten Umgang mit Abwärme optimieren. Die Potenziale sind riesig – nutzen wir sie.“

Wo in Idstein solche Potentiale liegen und wie / unter welchen Bedingungen und zu welchem (nicht nur finanziellen) Preis sie gehoben werden können, muss aber zunächst eruiert werden. Damit will der vorliegende Antrag die dringend notwendige Anschubleistung für den nächsten Schritt in die energetische Zukunft Idsteins initiieren, die auch für die Erstellung des Kommunalen Wärmeplans wichtige Grundlage sein kann.

„Wir haben es selbst in der Hand, ein besseres, faires, bezahlbares, leistungsfähiges und klimafreund­liches Energiesystem aufzubauen. Wir sind bereits weit gekommen, haben aber auch noch einen weiten und herausfordernden Weg vor uns. So können wir gemeinsam die Energiewende zu einem Erfolg machen, einen wichtigen Beitrag für den Klimaschutz leisten und klimafreundlichen Wohlstand sichern – und damit Vorbild für andere Länder sein.“

(Quelle: https://info.bmwk.de/weg-zur-klimaneutralitaet?etcc_cmp=energiewechsel&etcc_med=sea&etcc_par=google-ads&etcc_ctv=mscrollytelling-energiesystem&etcc_bky=energie%20zukunft#auf-zukunft-setzen)

Quelle: https://www.transforming-cities.de/wp-content/uploads/2020/01/Energiesystem-scaled.jpg

Update KUBA vom 18.10.2023

Stadtverordnete Dr. Anderegg stellt daraufhin den Antrag bis zum eigenen Wiederaufruf zurück, wobei der Vorschlag des Magistrats aufgegriffen werden soll, dass erste Erkenntnisse aus der kommunalen Wärmeplanung für die startende Fachdiskussion zeitnah weitergegeben werden sollen.