Sektorenkopplung Erneuerbare Energien Plus+

Idstein, 19. August 2021

 

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

Beschluss:

  1. Der Magistrat wird mit der Prüfung von technischen Möglichkeiten betraut, um technologische Lösungen und Marktangebote zur Gewinnung Erneuerbarer Energie im öffentlichen Raum zu analysieren, die einen Zweitnutzen neben der Energiegewinnung bieten („Erneuerbare Energien Plus+“).
  2. Besonderes Augenmerk soll hierbei auf die folgenden Zusatznutzen (z.T. in Lösung bestehender Problematiken) gelegt werden:
    1. Ersatz eines Teils des Altstadtpflasters zur Schaffung eines stolperfrei begehbaren Streifens – unter Berücksichtigung der altstadtgerechten Ästhetik
    2. Schallschutzmaßnahmen an Verkehrswegen
    3. Einfriedungsmaßnahmen
    4. Beschattungsmaßnahmen
  3. Das Augenmerk möge hierbei besonders auf Lösungen gelegt werden, die von echten Clean-Tech-Unternehmen angeboten werden.
  4. Lösungen, die aktuell Kommunen für Pilot- und Beta-Tests suchen, sind ausdrücklich in die Recherche und Analyse mit aufzunehmen.
  5. Die Ergebnisse mögen als konkrete Machbarkeits-Empfehlungen, inklusive entsprechender Kostenschätzungen und Fördermöglichkeiten, formuliert werden.

 

Begründung:

Im Zuge der dringlich notwendigen Energiewende ist die Kommune aufgerufen, die Möglichkeiten zu eruieren, mit denen erneuerbare Energietechnologien in den öffentlichen Raum integriert werden können. Das kurz- bis mittelfristige Minimalziel sollte hierbei sein, den Stromverbrauch der Stadt Idstein zu 100% durch im Gebiet der Kommune erzeugte erneuerbare Energie zu decken.

Entsprechende Technologien, die vorrangig als PV-Anlagen für den öffentlichen Raum ausgebildet sind, gibt es bereits in großer Zahl am Markt. Hierbei wird immer mehr und erfolgreicher darauf geachtet, daß diese Anlagen zu einen flächenneutral sind, zum anderen eine ansprechende Optik/Ästhetik und gute Umgebungseingliederung bieten und schließlich mindestens eine weitere Funktion erfüllen. (2)

Zusätzliche Funktionen liegen z.B. im Sichtschutz („Balkonkraftwerke“), in der Verwendung als Schallschutz („PV an Verkehrswegen (3)), in der Beschattung/als Regenschutz (Überdachung, auch als Pergolen, von öffentlichen Stellplätzen), in der integrierten Beleuchtung (z.B. Parkscheinautomaten, Parkflächenbeleuchtung) oder in der Einfriedung von Flächen. (3)

Die Prüfergebnisse sollen also nicht nur Projektoptionen zur sukzessiven Umstellung des kommunalen Stromverbrauchs auf – vor Ort erzeugte – erneuerbare Energie skizzieren; gleichzeitig ist hiermit die Chance gegeben, bestehende Problematiken mit zukunftsweisenden Lösungen zu adressieren.

Hier sei exemplarisch und vorrangig die fortdauernde Unzufriedenheit der Bürger:innen mit den Stolpergefahren des Altstadtpflasters genannt, die nicht nur für Ältere und Menschen mit dauerhafter Bewegungs-, Seh- und Gleichgewichtsproblematik unfallträchtig ist. Aufgrund der dunklen Farbgebung des Pflasters ist ein teilweiser Ersatz durch Solar-Pflastersteine wie denjenigen der Clean-Techs „Solmove“ oder auch „Platio“ auch altstadtgerecht möglich. (4) (5)

Fördermittel-Optionen des Landes, Bundes wie auch der EU sind zu prüfen, wobei nicht nur EE- und explizit klimaschutzbezogene Suchparameter verwendet werden sollten, sondern z.B.  auch Stichworte wie „Green Cities“ oder „Smart City“.

Weiterführende Links:

(1) https://www.ise.fraunhofer.de/de/geschaeftsfelder/photovoltaik/photovoltaische-module-und-kraftwerke/integrierte-pv/integration-verkehrswege.html

(2) https://www.hamburg.de/wegweiser-clever-kombiniert/15195898/gruene-welle/

(3) https://efahrer.chip.de/news/dieser-zaun-erzeugt-strom-und-sieht-besser-als-eine-solaranlage-aus_104980
(4) https://www.solarserver.de/2020/06/16/photovoltaik-solarstrasse-fuer-kohlenzeche/

(5) https://www.solarserver.de/2021/06/21/photovoltaik-platio-entwickelt-begehbares-solarpflaster/