Am 22.08.2019 erreichten uns noch zwei weitere Konzepte, mit der Bitte um Veröffentlichung, der wir gerne nachkommen.

Sehr geehrtes Team der Zukunftswerkstatt „Kalmenhof-Krankenhaus“,

als Reaktion auf Ihre begrüßenswerte Postkartenaktion zur möglichen „Nachnutzung“ des Kalmenhof-Krankenhauses möchte ich wie folgt zur Diskussion stellen:

WÜRDE WERTFREI UND REIN FUNKTIONAL DARÜBER ENTSCHIEDEN WERDEN KÖNNEN, hätte ich 2 konstruktive Ideen zur Nutzung dieses Gebäudes, in seiner abgelegenen, (negativ besetzten) „verwunschenen“ Lage:

privat: Ausbildungsstätte für Fachpersonal von Vitos Rheingau,

öffentlich: Ort der Förderung der Buch- und Lesekultur (für Schüler, Studenten und die Allgemeinheit), an dem eine „entschleunigte Atmosphäre“ auch das Auffassen komplexer sprachlicher Äußerungen vermitteln würde, und zum Ziel hätte, jenem kulturellen Verlust entgegenzuwirken, Lesen allenfalls noch als „Mittel zum Zweck“ zu gebrauchen, als Zugang zum Konsum, als bloße Unterhaltung und Ablenkung!

INDES halte ich jede Form der NACHNUTZUNG (auch sozialer Natur!) für ethisch-moralisch UNANGEMESSEN – bis pietätlos!

Die mehr als zweifelhafte gar undurchsichtige Historie des Gebäudes in der Zeit des Nationalsozialismus spricht für dessen ABRISS!

Ein Abriss, mit dem Ziel, an dieser Stelle einen ORT DES GEDENKENS UND MAHNENS zu SCHAFFEN, der nicht an den vorhandenen Hausmauern festgemacht werden muß, sondern sich vielmehr in einfacher, lichter, hallenartiger Bauweise als multikulturelle Begegnungsstätte präsentiert, mit dem primären Anliegen, den Wert einer offenen demokratischen Gesellschaft aufzuzeigen, die für die Menschenrechte eintritt!

Idealerweise würden sich dazu in regelmäßigen Abständen Referenten aus allen affinen Sparten und Institutionen finden lassen, die in erster Linie Schulklassen zu gesellschaftspolitischen Themen unterrichten, welche mehr denn je von hoher Brisanz in unserer bevölkerungsreichen globalen Welt sind, die uns – jenseits, jeder Gleichförmigkeit – Formen des täglichen Zusammenlebens abverlangt, die nur auf der Basis des gegenseitigen Respekts und des wohlwollenden Interesses am anderen funktionieren kann!

Mit freundlichen Grüßen,
Roswitha Regh, Idstein

Sehr geehrte Damen und Herren,

im Zug der Abfrage von Ideen möchte ich folgenden Vorschlag machen:

Der Tötungsort (diesen Ort überhaupt „Krankenhaus“ zu nennen, ist schon euphemistisches Ausblenden der grauenhaften Wirklichkeit!) sollte unbedingt zu einem politischen Bildungsort für Jugendliche ausgebaut werden. Hier muss man – insbesondere angesichts des Auflebens der Rechten und Radikalen – ein klares Zeichen der Aufarbeitung, des kritischen Hinterfragens, der politischen Bildung im besten Sinne der Demokratie bzw. der FDGO aufbauen.

Meines Erachtens sollte das Haus NICHT NUR auf die Tötungsverbrechen reduziert werden, sondern eine aktive Rolle in der grundgesetzlichen Bildung spielen. Das kann aber nicht nur auf Jugendliche beschränkt bleiben (wobei hier die Hauptzielrichtung liegen sollte), sondern sollte auch und insbesondere Migranten einschließen und als Veranstaltungsort für politische Veranstaltungen dienen. Das können Vorträge, Workshops etc. sein. Hierzu fehlt in Idstein sowieso unfassbar viel.

Der Ort alleine sollte schon zum Nachdenken anregen, aber die Entwicklung seit 1945 in den Blick nehmen und was Positives daraus  entstanden ist. Die getöteten Kinder sollten daher erleben: unser Tod war nicht umsonst. Es wurde gelernt und es wurde eine bessere Welt geschaffen.

Gerade im Zwischenbereich zwischen Limesschule und PSI ist der Ort gut geeignet. Hier kann man auch frühe Klassen mund auch die FH Fresenius mit einbinden. Der Ort könnte als Begegnungsort auch für andere Schulklassen aus der Umgegend dienen. Man könnte z.B. eine solche Veranstaltung nach Idstein holen:
http://www.buendnis-toleranz.de/archiv/themen/demokratie/172424/jufo-die-debatte

In jedem Falle finden sich hier eine Menge Anregungen:
http://www.buendnis-toleranz.de/archiv/themen/demokratie/142341/vorbildliche-projekte

Wichtig wäre auch, dass politische Parteien sich hier beteiligen würden, auch, um mehr Mitglieder zu generieren. Dazu müßte sich aber in den Parteien in Idstein einiges ändern…. 

Falls Sie weitere Fragen haben, melden Sie sich bitte gerne.

Freundliche Grüße,
Petra Hoffmann

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