Was am Ende bleibt!

Was am Ende bleibt!

Neun Jahre. Neun Jahre Engagement, Überzeugung und der unerschütterliche Glaube daran, dass unabhängige Politik einen Unterschied macht.

Heute ziehen wir Bilanz – mit Stolz, mit Dankbarkeit und mit dem Wissen: Es hat sich gelohnt.

Als sich vor neun Jahren die Unabhängige Liste gründete, waren wir optimistisch und vertrauten auf unsere Kompetenzen, trotzdem wissend, dass wir viel Arbeit und eine lange Zeit bis zur nächsten Kommunalwahl 2021 vor uns hatten.

Wir investierten viel: Zeit, Geld und Energie.

Wir besuchten jede Gremiensitzung und soweit es möglich war, auch jede Ortsbeiratssitzung. Warum? Weil wir die Idsteiner Themen nicht nur oberflächlich, sondern in der notwendigen Tiefe und Breite kennenlernen und verstehen wollten.

Dergestalt gewappnet, schrieben wir im Sommer 2020 unser Wahlprogramm und gewannen 15 Menschen für unsere Wahlliste. Die Pandemie stellte uns unvorhergesehene Hürden hin und wir mussten unseren Wahlkampf komplett neugestalten. Am Ende erreichten wir mit 7,87% ein respektables Ergebnis und zogen mit vier ULIs in die Idsteiner Stadtverordnetenversammlung ein.

Weit über 100 Anträge, Änderungsanträge, Bericht- und Prüfanträge sowie Anfragen haben wir im Verlauf der fünfjährigen Wahlperiode auf den Weg gebracht. Nicht für alle Ideen haben wir eine Mehrheit gefunden, aber für deutlich mehr, als uns vorhergesagt wurde.

Von Anfang an haben wir uns dafür eingesetzt, die rechtlichen Voraussetzungen für eine Liveübertragung der Stadtverordnetenversammlung zu schaffen. In fünf Jahren hat sich hierfür keine Mehrheit gefunden. Insbesondere CDU und SPD haben sich mit schwachen Argumenten dagegen ausgesprochen und grenzen damit viele Menschen von der demokratischen Teilhabe aus. Z. B. Menschen die auswärts arbeiten, Menschen, die ihre Angehörigen pflegen, Menschen, die mit vorübergehenden oder dauerhaften Einschränkungen zu kämpfen haben.

Deutlich erfolgreicher waren wir mit unserem Einsatz für die Verbesserung der Sicherheit für Radfahrer:innen und Fußgänger:innen auf dem Fuß- und Radweg L3026 zwischen der Zissenbach und Wörsdorf. Oder mit unserem Antrag Ausstattung kommunaler Gebäude mit Photovoltaik-Anlagen.

2022 erreichten wir mit unserem Antrag, daß auf denkmalgeschützten Gebäuden im Idsteiner Stadtgebiet ebenfalls innovative Photovoltaik-Lösungen zum Einsatz kommen können. Die Umsetzung erfolgte im März 2023! Seit dem März 2023 verfügt die Stadt Idstein über eine sogenannte Wasserampel. Unser Antrag fand im September 2022 eine breite Mehrheit.

Ein Thema, für das wir oft ausgelacht wurden, sind die Komposttoiletten. Mit unserem Antrag im Rahmen der Haushaltsberatungen für das Jahr 2023, waren wir dennoch erfolgreich. Ein nachhaltiger Erfolg, über den wir uns immer noch sehr freuen.

Die Verkehrsführung für Wohnmobile beschäftigte uns 2023, um die Idsteiner Innenstadt sowohl verkehrstechnisch als auch emmissions-technisch zu entlasten. Obwohl im September 2023 beschlossen, wurde der Beschluss bis heute von der Verwaltung nicht umgesetzt.

Ein weiterer Pluspunkt gelang uns mit dem Förderprogramm „Energetische Gebäudesanierung“. Dadurch gelang es uns, direkte Anreize zur Einsparung von Energie und Senkung von Mietkosten durch Maßnahmen der Gebäudedämmung zu setzen.

Mit unserem Antrag Verbot der Verwendung von PFAS in Kunstrasen auf Sportplätzen in Idstein haben wir ein starkes Zeichen für Umweltschutz und die Gesundheit der Bürgerinnen und Bürger, insbesondere von Kindern und Jugendlichen in Idstein gesetzt.

Der Bericht zu unserem Antrag zur Förderung der Sprachkompetenz bei Kita-Kindern, steht trotz Beschluss im September 2024 noch aus. Dennoch ein wichtiger Beschluss, da hier die möglichen Defizite in der sprachlichen Bildung von Kindern benannt werden sollen.

Zwei Schlusspunkte seien noch genannt, zum einen die Umbenennung der Rudolf-Dietz-Straße und zum anderen die Neufassung der Benutzungssatzung und Kostenbeitragssatzung für die Kindertagesstätten. Beides sehr emotionale Themen, die beispielhaft aufzeigen sollen, wie breit die Bandbreite der politischen Themen ist.

An vielen Themen und Anträgen anderer Fraktionen haben wir mitgearbeitet und diese unterstützt, sofern diese unseren Positionen entsprachen. Und auch wenn wir uns gegen einen Antrag entschieden hatten, so haben wir in der Folge ganz im demokratischen Sinne am Thema weiter mitgewirkt. Beispielhaft seien hier angeführt, das Hofgut Gassenbach und auch wenn wir dem Gesamtkomplex Tournesol immer sehr kritisch gegenüberstanden, vor allem im Hinblick auf die finanzielle Belastung der Stadt, so haben wir zu keinem Zeitpunkt angezweifelt, daß Idstein ein Schwimmbad braucht.

Viele Themen lassen wir unerwähnt, bis zum 31. März 2027 sind sie auf unserer Webseite nachlesbar.

Und was bleibt am Ende wirklich?

Es bleibt die Gewissheit, dass wir zu keinem Zeitpunkt unsere Überzeugungen verkauft haben.

Dass wir unbequeme Fragen gestellt, hartnäckig für Lösungen gestritten und Idstein ein Stück besser hinterlassen haben, als wir es vorgefunden haben.

Es bleibt die Erinnerung an Menschen, die gemeinsam etwas bewegen wollten – und es getan haben.

Und es bleibt die Hoffnung, dass die Samen, die wir gesät haben, weiter aufgehen werden – in den Köpfen, in der Politik, in Idstein.

Danke – an alle, die diesen Weg mit uns gegangen sind.

Es ist Zeit, Danke zu sagen.

Es ist Zeit, Danke zu sagen.

Bevor wir inhaltlich auf die vergangene Wahlperiode zurückblicken, möchten wir innehalten – und von Herzen danken. Als Unabhängige Liste stehen wir für eines: für Idstein. Weder rechts noch links, dafür gerade(her)aus – und das war in diesen fünf Jahren mehr als ein Slogan. Es ist immer unser Kompass gewesen.

2021 starteten wir unter denkbar schwierigen Bedingungen: Die Pandemie warf viele unserer Wahlkampfideen über den Haufen. Und dennoch – wir waren da. An jedem Wochenende ab Januar, in allen Stadtteilen, im Gespräch mit den Idsteinerinnen und Idsteinern, wo immer es möglich war. Dieses echte Zuhören, dieser direkte Kontakt – das ist und bleibt unser Herzstück.

Mit 7,9 % und vier Mandaten plus einem Sitz im Magistrat sind wir in diese Wahlperiode gestartet – voller Energie, aber auch voller Respekt vor der Aufgabe. Kommunalpolitischer Alltag ist kein Selbstläufer. Außer unserem verwaltungs-erfahrenen Stadtrat Joachim Mengden betrat die Fraktion weitgehend Neuland. Wir haben gelernt, sind gewachsen – und haben nie aufgehört, uns füreinander und für Idstein einzusetzen.

Diese Wahlperiode hat uns auch Abschiede abverlangt. Wir denken mit tiefer Dankbarkeit und Wertschätzung an Marie Grünewald, Arcangelo Lenz, Dr. Birgit Anderegg und Ursula Oestreich, die uns auf unterschiedlichen Wegstrecken begleitet haben. Ihr Engagement hat Spuren hinterlassen – nicht nur in unserer Arbeit. Gleichzeitig sind wir dankbar, dass Patrick Schauß, Marc Eisele und Manuela Ferschke bereit waren, Verantwortung zu übernehmen und die Fraktionsarbeit mit vollem Einsatz weiterzuführen.

Ein ganz besonderer Dank gilt Joachim Mengden. Er hat die gesamte Wahlperiode im Magistrat durchgehalten – standhaft, verlässlich, unermüdlich. Er war nicht nur unser Anker in stürmischen Zeiten, sondern auch unser Ratgeber, und oft einfach derjenige, der da war, wenn es darauf ankam. Vieles wäre ohne ihn schlicht nicht möglich gewesen. Danke, Jo – von ganzem Herzen.

Und schließlich: Danke an alle, die uns auf diesem Weg begleitet haben – als Mitstreitende, als Unterstützende, als kritische Freundinnen und Freunde, als aufmerksame Idsteinerinnen und Idsteiner. Auch wenn es am Ende leider nicht geklappt hat, Menschen langfristig zu gewinnen und für eine weitere Wahlperiode anzutreten, bleibt eines unveränderlich wahr:

Diese Arbeit hatte Sinn. Sie hat etwas bewegt. Und sie war – durch Euch – möglich.

Dafür sind wir zutiefst dankbar.

Uns cool zu finden …

Uns cool zu finden …

Die Unabhängige Liste gibt es seit 2017 – entstanden aus dem Wunsch heraus, Idstein mit frischen Ideen, echtem Engagement und unabhängiger Sacharbeit ein Stück besser zu machen. Seit 2021 haben wir mit einer vierköpfigen Fraktion Verantwortung in der Idsteiner Stadtverordnetenversammlung übernommen. Diese Zeit war intensiv, lehrreich – und oft auch herausfordernd. Wir haben uns mit großer Hingabe in Themen eingearbeitet, Entscheidungen vorbereitet und unsere Arbeit so transparent gestaltet, wie es uns möglich war.

An unseren Infoständen und bei unseren Veranstaltungen haben wir viel Zuspruch, Wertschätzung und Ermutigung erfahren. Diese positiven Rückmeldungen haben uns getragen und motiviert. Zugleich mussten wir feststellen, dass es uns trotz aller Bemühungen nicht gelungen ist, Menschen über ein „Ihr macht das prima!“ hinaus für ein eigenes politisches Engagement zu gewinnen.

Und dennoch: So viel Anerkennung es auch gab – es gelang uns nicht, genügend Menschen zu finden, die selbst bereit waren, Verantwortung zu übernehmen und sich aktiv kommunalpolitisch einzubringen. Für eine kleine Wählergemeinschaft ohne große Mitgliederbasis ist das ein entscheidender Punkt. Denn wir wollten immer mehr als nur eine Liste füllen: Wir wollten eine lebendige, vielfältige, altersgemischte Gruppe sein – mit Menschen, die mitten im Leben stehen und Idstein mitgestalten wollen. Besonders jüngere Stimmen hätten wir uns sehr gewünscht.

Vor diesem Hintergrund stand unsere Mitgliederversammlung vor einer schweren Entscheidung: Soll die Unabhängige Liste zur Kommunalwahl 2026 antreten? Nach intensiver und ehrlicher Diskussion mussten wir schließlich zu dem Schluss kommen, dass uns die dafür nötige personelle Basis fehlt.

Schweren Herzens haben wir daher entschieden, nicht an der Kommunalwahl 2026 teilzunehmen.

Mandatswechsel in der Fraktion der Unabhängigen Liste

Mandatswechsel in der Fraktion der Unabhängigen Liste

Seit der Kommunalwahl 2021 gehört Dr. Birgit Anderegg der ULI-Fraktion in der Idsteiner Stadtverordnetenversammlung an und legt nun zum 15. Dezember 2024 ihr Mandat nieder.

Mit großem Engagement und Sachverstand arbeitete sie ebenfalls als Ausschussmitglied im KUBA (Klimaschutz-, Umwelt- und Betriebsausschuss) mit und gehörte als stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin dem Ältestenrat an. Darüber hinaus war Frau Dr. Anderegg im KAUN Kommunaler Arbeitskreis für Umwelt- und Naturschutz, der Kommission für Land- und Forstwirtschaft, im Abwasserverband Idstein, dem Arbeitskreis „Runder Tisch Stadtklima und Klimaanpassung“ und dem Fahrgastbeirat aktiv. Für ihre geleistete Arbeit bedanken wir uns bei Birgit Anderegg sehr herzlich.

Frau Dr. Anderegg wird auch weiterhin aktiv die Fraktion unterstützen und reicht nun den Fraktionsstaffelstab an Manuela Ferschke weiter.

Manuela Ferschke war bis 2022 als Mitglied im Stadtelternbeirat aktiv gewesen und vertritt die Unabhängige Liste seit Juli 2023 gemeinsam mit Stadtrat Joachim Mengden in der Lenkungsgruppe “KiTa-Gebührensatzung/Benutzungsordnung“.

Aufgrund dieser Erfahrungen und der Erfahrungen durch ihr Engagement bei der DLRG war es naheliegend, daß sie die Unabhängige Liste im AJKSS (Ausschuss für Jugend, Kultur, Sport und Soziales) vertreten wird. Wir wünschen ihr gutes Gelingen und viel Erfolg.

Manuela Ferschke

Dr. Birgit Anderegg