FDP-Stadtverordneter initiiert Jobbörse für Geflüchtete trotz fehlender Unterstützung durch Politik und Verwaltung

Christian Ehrentraut (FDP)

Christian Ehrentraut, für die FDP in der Idsteiner Stadtverordnetenversammlung (StVV), läßt sich nicht so leicht entmutigen, wenn er von einer Sache überzeugt ist. Und von seiner wiederholt in den politischen Gremien vorgebrachten Idee einer Jobbörse für Geflüchtete läßt er sich nun schon gar nicht abbringen, auch wenn sie – mit den üblichen „wertschätzenden“, aber letztlich ablehnenden – Kommentaren in der StVV kommentiert wurde.

Ehrentraut weiß, wovon er spricht, wenn er eindringlich dafür wirbt, den unter uns lebenden Geflüchteten nicht nur Unterstützung bei Behördengängen, Arztbesuchen, Formalien und dem Spracherwerb angedeihen zu lassen. Denn Ehrentraut lernt etliche von ihnen in seinem Beruf, als Inhaber einer Idsteiner Sprachschule, kennen und kann daher Einblick in einige der Sorgen und Nöte der geflüchteten Neu-Idsteiner gewinnen.

Wie es sich anfühlt, an einem neuen Ort zu leben, ohne angekommen zu sein, das weiß Ehrentraut aber auch aus eigener Erfahrung; denn er ist selbst ein Geflüchteter: Die Sprache war bei ihm zwar keine Hürde, denn Ehrentraut kam mit seinen Eltern aus der damaligen DDR. Aber wirklich in unserer westdeutschen Gesellschaft angekommen ist er erst, wie er in sehr bewegenden Worten der StVV und den anwesenden Bürger/inne/n am 29. Juni bei der letzten Sitzung vor der Sommerpause anvertraute, als er seinen ersten Schülerjob ergattert hatte und so ein Stück Selbstbestimmung und sozialen Selbstwert erwarb.

Genau das will Ehrentraut jetzt auch denjenigen der Ausländer und Geflüchteten ermöglichen, die zwischenzeitlich über ausreichende Kenntnisse der deutschen Sprache verfügen. Denn echte Integration kann ohne Arbeit kaum gelingen.

All diese einleuchtend-überzeugenden und sehr dringlich vorgebrachten Argumente führten jedoch  nicht dazu, daß die sich StVV für die durch Ehrentraut beantragte  Jobmesse im Frühherbst aussprach – also zu einem Zeitpunkt, in dem die Sprachzertifikate erteilt und die Ausbildungsplätze vergeben werden.

Lesen Sie, ...

hier, wie sich die einzelnen Fraktionen aus der Verantwortung zogen.

Und wie leider so oft war das vorgetragene Gegenargument der StVV-Debatte: „zu teuer“ und „so schnell schaffen wir das nicht“; und sowieso „wer soll das denn stemmen, unsere Verwaltungsmitarbeiter haben eh schon viel zu viel zu tun“.

Viel zu kurz gesprungen findet nicht nur Ehrentraut, sondern auch die ULI.

Denn jeder Geflüchtete, der in den Ausbildungs- und Arbeitsprozeß eingegliedert werden kann, spart Betreuungskosten und –zeit der Stadt und ihrer Mitarbeiter.

Und die vorgebrachte Befürchtung, eine solche Messe in kurzer Zeit nicht auf die Beine stellen zu können, geht ebenfalls ins Leere: Ehrentraut hat es eindrücklich bewiesen, indem er bereits innerhalb von zwei Wochen nach seinem von der StVV abgeschmetterten Antrag Mitstreiter (u.a. die Flüchtlingshilfe Idstein e.V.) außerhalb unserer offenbar zu eindimensional denkenden politischen Vertreter und zu schwerfälligen Verwaltung gefunden hat, die die Messe mit ihm zusammen ermöglichen werden:

Ein Armutszeugnis für Politik und Verwaltung; und ein hoffentlich grandioser Erfolg für alle Beteiligten – für die Anbieter von Arbeits- und Ausbildungsplätzen wie für diejenigen, an die sich dieses Angebot richtet.

Helfen Sie mit, diesen Erfolg Realität werden zu lassen:

Nehmen Sie an der Jobmesse teil, wenn Sie Arbeits- und Ausbildungskräfte suchen.

Und wenn Sie selbst nicht teilnehmen können, dann verbreiten Sie die Einladung möglichst weitreichend.

Jobmesse im Kulturbahnhof Idstein
am 18.10.2017, um 10:00 Uhr

 

Weitere Informationen zu diesem Thema von:

Monika Wolff (FHI e.V.): amwolff@t-online.de
Christian Ehrentraut (D#CODE): christian.ehrentraut@decode-idstein.de
Ute Schmidt (FHI e.V.): utebschmidt@t-online.de

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