Mehrweg-Verbundsystem für Außer-Haus-Speisen und -Getränke stärkt Idsteiner Unternehmen

von | 21.06.2021 | 5 Kommentare

​Am 3. Juli 2021 tritt die EU-Verordnung zur Vermeidung von Plastik-Einwegprodukten (inkl. solcher aus sog. Bioplastik) in Kraft. Einweg-Verpackungen und -Becher für die Gastronomie dürfen dann nicht mehr in der EU produziert werden. Unter dieses Verbot fällt sogar Einweggeschirr aus Pappe, das Kunststoffanteile enthält. Ab 2023 tritt dann auch die gesetzliche Verpflichtung für Anbieter von Außer-Haus-Verzehr in Kraft, Mehrwegverpackungen anzubieten.

In zahlreichen Städten ist daher bereits jetzt ein Mehrweg-Pfandsystem aufgebaut worden. So ist z.B. in Darmstadt eine Kooperation zwischen der Beteiligungsmanagement-Holding der Stadt Darmstadt und der FairCup GmbH entstanden. Die entstandene HEAG FairCup GmbH wurde sogar mit EUR 60.000 des Hessischen Umweltministeriums gefördert. Das unterstreicht die politische Wichtigkeit derartiger Initiativen ebenso wie die Tatsache, daß die HEAG FairCup GmbH zwischenzeitlich auch erfolgreich Mehrweg-Verpackungen für Speisen aufgenommen hat und das Mehrweg-Verbundsystem auch anderen Kommunen in der Region zur Teilnahme anbietet.

Die ULI will mit ihrem Antrag ein ähnliches, auf Idstein zugeschnittenes Mehrweg-Verbundsystem für die Gastronomie und Lieferdienste anregen und dieses frühzeitig auf den Weg bringen, um die verbleibende Zeit zu nutzen, die der Gesetzgeber den Anbietern von Außer-Haus-Speisen und -Getränken noch einräumt. Das hilft den Teilnehmenden logistisch wie auch finanziell, da in einem Verbundsystem übergeordnete und Querschnittsaktivitäten nicht von jedem einzelnen organisiert und bezahlt werden müssen“, erläutert Birgit Anderegg, ULI-Stadtverordnete und Mitglied im Klimaschutz- und Umweltausschuss der Stadt Idstein. „So entstehen Synergieeffekte zum Vorteil jedes teilnehmenden Unternehmens.“

Zudem füge sich eine solche Idsteiner Initiative nahtlos in die Plastikvermeidungsstrategie des Landes Hessen ein, das selbst u.a. über die Aktion „BecherBonus“ bzw. durch Unterstützung von Mehrweg-Verbundsystemen für wiederverwendbare Essensboxen aktiv zur Vermeidung von Plastikmüll, Mikroplastik im Grundwasser und in der belebten Natur beiträgt.

Die ULI schlägt zudem vor, bereits in die Planungsphase eines solchen Mehrweg-Verbundsystems lokale  Unternehmer:innen und Repräsentierende relevanter Zielgruppen (z.B. Jugendliche und junge Erwachsene, Schulsprecher:innen) einzubeziehen – als Maßnahme der gezielten Bürgerbeteiligung.

Diese Bürger:innen können mit ihrer Perspektive und Expertise, aber auch mit ihren Netzwerken vor Ort und als „Botschafter:innen“ für die breite Teilnahme an dem zukünftigen Mehrweg-Verbundsystem werbend tätig werden. Ein solches Bürger-Engagement ist nicht nur öffentlichkeitswirksam für die sich planerisch Beteiligenden; es erhöht auch nochmals die Erfolgswahrscheinlichkeit des angeregten Vorbildprojektes zur Müllvermeidung, mit dem Idstein die Chance hat, eine Vorreiterrolle in der Region einzunehmen.

„Mit diesem Antrag zeigt die ULI exemplarisch auf, wie moderne und zukunftsweisende Wirtschaftsförderung ökologische Notwendigkeiten mit ökonomisch Sinnvollem und Hilfreichem in Einklang bringt. Das ist – in der ursprünglichen Bedeutung des Wortes – gelebte Nachhaltigkeit.“

Dr. Birgit Anderegg

ULI-Stadtverordnete im Klimaschutz-, Umwelt-und Betriebsausschuss (KUBA)

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