Es ist Zeit, Danke zu sagen.

Es ist Zeit, Danke zu sagen.

Bevor wir inhaltlich auf die vergangene Wahlperiode zurückblicken, möchten wir innehalten – und von Herzen danken. Als Unabhängige Liste stehen wir für eines: für Idstein. Weder rechts noch links, dafür gerade(her)aus – und das war in diesen fünf Jahren mehr als ein Slogan. Es ist immer unser Kompass gewesen.

2021 starteten wir unter denkbar schwierigen Bedingungen: Die Pandemie warf viele unserer Wahlkampfideen über den Haufen. Und dennoch – wir waren da. An jedem Wochenende ab Januar, in allen Stadtteilen, im Gespräch mit den Idsteinerinnen und Idsteinern, wo immer es möglich war. Dieses echte Zuhören, dieser direkte Kontakt – das ist und bleibt unser Herzstück.

Mit 7,9 % und vier Mandaten plus einem Sitz im Magistrat sind wir in diese Wahlperiode gestartet – voller Energie, aber auch voller Respekt vor der Aufgabe. Kommunalpolitischer Alltag ist kein Selbstläufer. Außer unserem verwaltungs-erfahrenen Stadtrat Joachim Mengden betrat die Fraktion weitgehend Neuland. Wir haben gelernt, sind gewachsen – und haben nie aufgehört, uns füreinander und für Idstein einzusetzen.

Diese Wahlperiode hat uns auch Abschiede abverlangt. Wir denken mit tiefer Dankbarkeit und Wertschätzung an Marie Grünewald, Arcangelo Lenz, Dr. Birgit Anderegg und Ursula Oestreich, die uns auf unterschiedlichen Wegstrecken begleitet haben. Ihr Engagement hat Spuren hinterlassen – nicht nur in unserer Arbeit. Gleichzeitig sind wir dankbar, dass Patrick Schauß, Marc Eisele und Manuela Ferschke bereit waren, Verantwortung zu übernehmen und die Fraktionsarbeit mit vollem Einsatz weiterzuführen.

Ein ganz besonderer Dank gilt Joachim Mengden. Er hat die gesamte Wahlperiode im Magistrat durchgehalten – standhaft, verlässlich, unermüdlich. Er war nicht nur unser Anker in stürmischen Zeiten, sondern auch unser Ratgeber, und oft einfach derjenige, der da war, wenn es darauf ankam. Vieles wäre ohne ihn schlicht nicht möglich gewesen. Danke, Jo – von ganzem Herzen.

Und schließlich: Danke an alle, die uns auf diesem Weg begleitet haben – als Mitstreitende, als Unterstützende, als kritische Freundinnen und Freunde, als aufmerksame Idsteinerinnen und Idsteiner. Auch wenn es am Ende leider nicht geklappt hat, Menschen langfristig zu gewinnen und für eine weitere Wahlperiode anzutreten, bleibt eines unveränderlich wahr:

Diese Arbeit hatte Sinn. Sie hat etwas bewegt. Und sie war – durch Euch – möglich.

Dafür sind wir zutiefst dankbar.

Uns cool zu finden …

Uns cool zu finden …

Die Unabhängige Liste gibt es seit 2017 – entstanden aus dem Wunsch heraus, Idstein mit frischen Ideen, echtem Engagement und unabhängiger Sacharbeit ein Stück besser zu machen. Seit 2021 haben wir mit einer vierköpfigen Fraktion Verantwortung in der Idsteiner Stadtverordnetenversammlung übernommen. Diese Zeit war intensiv, lehrreich – und oft auch herausfordernd. Wir haben uns mit großer Hingabe in Themen eingearbeitet, Entscheidungen vorbereitet und unsere Arbeit so transparent gestaltet, wie es uns möglich war.

An unseren Infoständen und bei unseren Veranstaltungen haben wir viel Zuspruch, Wertschätzung und Ermutigung erfahren. Diese positiven Rückmeldungen haben uns getragen und motiviert. Zugleich mussten wir feststellen, dass es uns trotz aller Bemühungen nicht gelungen ist, Menschen über ein „Ihr macht das prima!“ hinaus für ein eigenes politisches Engagement zu gewinnen.

Und dennoch: So viel Anerkennung es auch gab – es gelang uns nicht, genügend Menschen zu finden, die selbst bereit waren, Verantwortung zu übernehmen und sich aktiv kommunalpolitisch einzubringen. Für eine kleine Wählergemeinschaft ohne große Mitgliederbasis ist das ein entscheidender Punkt. Denn wir wollten immer mehr als nur eine Liste füllen: Wir wollten eine lebendige, vielfältige, altersgemischte Gruppe sein – mit Menschen, die mitten im Leben stehen und Idstein mitgestalten wollen. Besonders jüngere Stimmen hätten wir uns sehr gewünscht.

Vor diesem Hintergrund stand unsere Mitgliederversammlung vor einer schweren Entscheidung: Soll die Unabhängige Liste zur Kommunalwahl 2026 antreten? Nach intensiver und ehrlicher Diskussion mussten wir schließlich zu dem Schluss kommen, dass uns die dafür nötige personelle Basis fehlt.

Schweren Herzens haben wir daher entschieden, nicht an der Kommunalwahl 2026 teilzunehmen.

Mandatswechsel in der Fraktion der Unabhängigen Liste

Mandatswechsel in der Fraktion der Unabhängigen Liste

Seit der Kommunalwahl 2021 gehört Dr. Birgit Anderegg der ULI-Fraktion in der Idsteiner Stadtverordnetenversammlung an und legt nun zum 15. Dezember 2024 ihr Mandat nieder.

Mit großem Engagement und Sachverstand arbeitete sie ebenfalls als Ausschussmitglied im KUBA (Klimaschutz-, Umwelt- und Betriebsausschuss) mit und gehörte als stellvertretende Stadtverordnetenvorsteherin dem Ältestenrat an. Darüber hinaus war Frau Dr. Anderegg im KAUN Kommunaler Arbeitskreis für Umwelt- und Naturschutz, der Kommission für Land- und Forstwirtschaft, im Abwasserverband Idstein, dem Arbeitskreis „Runder Tisch Stadtklima und Klimaanpassung“ und dem Fahrgastbeirat aktiv. Für ihre geleistete Arbeit bedanken wir uns bei Birgit Anderegg sehr herzlich.

Frau Dr. Anderegg wird auch weiterhin aktiv die Fraktion unterstützen und reicht nun den Fraktionsstaffelstab an Manuela Ferschke weiter.

Manuela Ferschke war bis 2022 als Mitglied im Stadtelternbeirat aktiv gewesen und vertritt die Unabhängige Liste seit Juli 2023 gemeinsam mit Stadtrat Joachim Mengden in der Lenkungsgruppe “KiTa-Gebührensatzung/Benutzungsordnung“.

Aufgrund dieser Erfahrungen und der Erfahrungen durch ihr Engagement bei der DLRG war es naheliegend, daß sie die Unabhängige Liste im AJKSS (Ausschuss für Jugend, Kultur, Sport und Soziales) vertreten wird. Wir wünschen ihr gutes Gelingen und viel Erfolg.

Manuela Ferschke

Dr. Birgit Anderegg

Post aus Hamburg

Bei allen Diskussionen rund um die Beibehaltung des Straßennamens der Rudolf-Dietz-Straße, ist uns wieder deutlich vor Augen geführt worden, dass alles Formale auch immer etwas Menschliches hat. Menschliches jenseits persönlicher Befindlichkeiten, die nichts zur Sache betragen.

Wir waren sehr überrascht und haben uns sehr gefreut, als wir unlängst in unser Email-Postfach schauten und dort eine Email vorfanden, aus der wir jetzt gerne zitieren:

 

Sehr geehrte Frau Oestreich und Mitstreiterinnen,

durch Zufall stieß ich auf Ihre Internetseite und las von Ihrem Einsatz für die Umbenennung der Rudolf-Dietz-Straße und damit auch von der Aufarbeitung der Idsteiner NS- Zeit insbesondere den Kalmenhof betreffend. Ich bin die Tochter von Pfarrer Siebert aus Heftrich und weiß von ihm von der Geschichte, ich war als Kind auch mit auf der Studienfahrt nach Polen, wo wir Herrn Skrzypek kennenlernten ( ich war allerdings viel zu klein um alles zu verstehen) .

Mir kamen ein paar Tränen in den Augen, als ich las, dass es sogar den Vorschlag gab, die berüchtigte Straße in Pfarrer- Siebert- Straße umzubenennen. Mein Vater hätte sich über diese Form von Anerkennung sehr gefreut! Nach so vielen Jahren gibt es im Idsteiner Raum immer noch Leute, die sich an sein Engagement erinnern, wie schön ist das!

Den nachfolgenden Antrag, die Straße nach Frau Ruth Pappenheimer zu benennen hätte er aber in jedem Fall noch besser gefunden. Die Erinnerung an eine von den Nazis Ermordete Kalmenhofinsassin hätte er natürlich viel wichtiger gefunden als an seine eigene Person.

Von meiner Seite wollte ich meine Rührung ausdrücken über diese Geste, mit ein paar Tränen und auch einem Lachen, weil – so kenne ich meinen Vater- ein unruhiger Geist , der nicht aufhört, ihm wichtige Botschaften, gegen das Vergessen, zu senden.

Herzliche Grüße aus Hamburg

Sarah Siebert

Hamburg, 18.10.2024

Liebe Frau Oestreich, vielen Dank für Ihre nette Antwort!

Ich freue mich, dass ich durch Ihre Aktion wieder meine Erinnerungen wecke , z.B. an die Polenreise. Ich war zwar klein, aber ich hab doch verstanden, dass dort in Auschwitz das Allerschrecklichste passiert ist und zwar von Unvorstellbarem Ausmaß. Das hat mich auf jeden Fall nachhaltig geprägt. Und ich glaube, dass diese Reise für alle Teilnehmenden zur Entwicklung eines politischen Bewusstseins beigetragen hat. Ich kann mich gut an die Betroffenheit erinnern, an die Sprachlosigkeit in Anbetracht dieses Grauens. Und wie muss sich das angefühlt haben, nach der Rückkehr ins beschauliche Idstein, von einem Holocaustüberlebenden erfahren zu haben, dass dort in nächster Nähe die Nazi-Mordmaschinerie auch unvorstellbare Verbrechen begangen hatte.

Für meinen Vater war die Erinnerungspolitik sein Leben lang eine Herzensangelegenheit, und es waren für ihn doch auch immer die kleinen Dinge, die in der Summe zählen. Auf lokaler Ebene, im Dorf, bei den Nachbarn, im Konfirmandenunterricht-aufzuklären – Menschen zusammenbringen, Vorurteile abzubauen. Das hat er auch in seinen Predigten als Pfarrer immer versucht. Dadurch hat er sich nicht nur Freunde gemacht – im Idsteiner Umkreis, aber er liess sich nicht einschüchtern.

Auch wenn keine Straße nach ihm benannt wird, er bleibt ein Wegweiser. Und zur Einweihung der Ruth- Pappenheimer- Straße würde er – wenn er noch leben würde – vielleicht ja auch  Hasko, Falko, Henry, Bettina und wie sie sonst hiessen, seine ehemaligen Konfirmanden, die damals mit in Polen waren – auf ein Bier in Idstein treffen.

Herzliche Grüße in den schönen Taunus!

Sarah Siebert

Hamburg, 25.10.2024